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09.08.2006 

Interview

Skandal um EU-Domains
Interview mit Daniel Kollinger

Ende Juli 2006 vermeldete die Eurid einen ersten großen Schlag gegen Domaingrabber bei der Vergabe der neuen .eu-Domains. Mehr als 74.000 Domains liegen seitdem auf Eis, 401 Registrare wurden verklagt (wir berichteten). Das ist einmalig in der Geschichte des Internets. Herr Kollinger ist Initiator der Aktion EU-Domaindesaster, betreibt die Domainplattform nicit.de und ist auch als Domainbewerter tätig.

Mbss:
Herr Kollinger, weshalb haben Sie gegen die Vergabe der neuen .eu Domains mobil gemacht?

Antwort: Die Vergabe der EU-Domains war trotz des umständlichen Verfahrens ungerecht. Die EU hat damit Millionen Euro an nur wenige Leute verteilt. Am Ende hatten vielleicht 30 verschiedene Registranten so gut wie alle wirtschaftlich interessanten Domainnamen. 9 Registranten haben 75% aller 100 Top-Domains bekommen und stützen sich dabei auf 98% manipulierte Markeneintragungen, es ist ein Skandal. Ebenso die systematischen Massenregistrierungen von Begriffen aus der zweiten Reihe, die jetzt aufgeflogen sind.

Mbss: Welches Ausmaß hat das systematische Grabbing?

Antwort: Wir haben keine Belege für Korruption, doch von außen objektiv betrachtet ist sowas denkbar, da die Unregelmäßigkeiten sich wie ein Faden durch die Vergabe ziehen. Es sind hohe Summen investiert worden und noch viel höhere Gewinnpotentiale im Spiel. Wir gehen von etwa 250.000 wirtschaftlich interessanten Keywords aus. Die Mehrzahl ist bei den Grabbern gelandet. Werden Sie nicht verkauft oder neu vergeben, werden sie vielleicht nur für lukratives Domainparking genutzt.

Mbss: Sie haben sich mit zahlreichen Schreiben und sogar mit einer Petition an das europäische Parlament gewendet. Wie waren die Reaktionen?

Antwort: Wir sind auf viele taube Ohren gestoßen. Vor allem bei der Eurid, die für die eigentliche Vergabe zuständig ist. Insofern kommt die Suspendierung jetzt sehr überraschend. Zunächst gab es von unserer Seite nur eine kurze Version der eigentlichen Petition im März bei einem Ausschuss-Parlamentarier direkt, die relativ lange auf Eis lag. Wir haben auch ein Rundschreiben an alle EU-Parlamentarier versendet und Briefe an die EU-Kommission. Dem Legal Manager von Eurid Herman Sobrie haben wir eine ähnliche Kritik geschickt. Dort haben wir Probleme aufgelistet, wie die Eurid sie jetzt selbst einräumt. Eurid und die Wirtschaftsprüfer von PWC haben die Sache immer nur weggeschoben und uns hingehalten. Grund war z.B., dass die EU-Verordnungen nicht ihre Aufgabe sei. Vom Petitionsausschuss des EU-Parlaments kam noch keine Reaktion. Etwa 10 Parlamentarier haben aber mit eigenen Beschwerdebriefen an die Kommission reagiert. Sie unterstützen unsere Aktion.

Mbss: Die Massenakkreditierung von wirtschaftlich identischen Phantomregistrierstellen und Verstöße gegen Registrierstellenvereinbarungen sind ja jetzt aufgeflogen. Was genau stört Sie darüber hinaus, welche Vorwürfe erheben Sie?

Antwort: In unserer Petition hatten wir 20 Misstände aufgedeckt. Es geht zum Einen um detaillierte Vorwürfe wie fehlerhafte Auslegung des Begriffes "Frühere Rechte", aber auch um Auskunftsverweigerungen, Verstöße gegen Vergaberichtlinien, Missachtung von Rechtsprechung. So werden beispielsweise Domaininhaber-Daten in der WHOIS-Datenbanken verschleiert, es gab unkalkulierbare kurzfristige Vorgabenänderungen, mangelnde Transparenz in der Landrush-Phase II und es kam auch zur wirtschaftlichen Schädigung ehrlicher Registrierstellen. Auch fehlt ein praktikables Streitbeilegungsverfahren für generische Domains.

Mbss: Sie werten die aktuelle Entscheidung der Eurid, gegen etwa 401 Registrare vorzugehen, nur als einen Teilerfolg. Warum?


Antwort: Eurid muss konsequentes Handeln erst noch beweisen. Die jetzigen 401 Registrare auf der Anklagebank stellen nur eine einzige Gruppe dar, alle haben Ihren Sitz in New-York, immer die gleiche Telefonnummer und nie eine eigene Kundenwebseite. Es sind aber weit mehr solcher Gruppen noch bei der EUrid akkreditiert z.B. 60 in Vancouver, 60 in Bellevue, 40 in Portland, 50 in Österreich, 10 in Starnberg um mal ein paar zu nennen, insgesamt dürften es noch 450 Grabber-Registrare sein die aktiv sind. Vor einer Neuvergabe müssten diese Scheinfirmen eliminiert werden und es müssten noch viel mehr Domains wieder freigegeben werden.

Mbss: Und was ist die Folge?

Antwort: Unmittelbare Folge ist erst einmal der Ansehensverlust. Die Vergabe war lange geplant, ist jetzt aber total gefloppt. Ob das Ziel einer Internetmarktmacht Europa noch erreicht werden kann, ist offen. Die achtjährige Planung war jedenfalls umsonst. Die Grabber der wertvollen EU-Domains sitzen ja zu grossen Teilen in den USA oder konzentrieren sich auf ca. nur 10 bis 20 Registranten in Europa.

Mbss: ... und was ist Ihr Ziel?

Antwort: Jetzt nicht locker lassen, sondern weitere Mitstreiter finden. Völlige Offenlegung und Untersuchung der Vergabe bei Eurid/PWC. Wenn sich dann unsere Untersuchungen bestätigen, wie jetzt bereits für 74.000 .eu-Domains der Fall, fordern wir Freigabe aller ergaunerten Domainnamen und die Diskreditierung aller Grabber-Registrare und Registranten. Nach unseren Untersuchungen geht es um 250.000 .eu-Domains und um 850 Registrare. Die Domains sollen dann an die Öffentlichkeit neu vergeben werden, ich glaube es gäbe eine spannende Lotterie. Eurid hat in Ihrer Pressemitteilung nun so vieles von der Existenz dieser Problematik bestätigt, dass sie m. E. nicht mehr umhin kämen, das ganze Desaster einzugestehen, wenn denn nur der Druck von außen groß genug ist. Es sollten alle mitwirken, die dafür etwas erreichen können und wollen.

Mbss: Herr Kollinger, wir danken für die Informationen.

Die Fragen stellte Markenbusiness Korrespondent Tobias Sommer.

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Kommentare

14.08.2006 kenya

tarrnung

in sache der blockierung 74.000 handelt sich vorallem um ein deckunngunacktion die von eigene aktivitaeten der EURid ablenken soll. 001 beispiel ============== sex.eu marke registriert kurz vor sunrise Regitrant fast gleiches PObox wie der Registrar. Beide in gleichem gebaude wie der NIC.se (teilinhaber der EURid) :)) 002 ============= realtime.at - siehe report auf domainliteracy http://domainliteracy.name

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